4 Fields of Action
Um ihre hauptsächlichen Aktivitätsbereiche zu definieren und um den Auftritt und die Funktion von AEGEE nach außen klarer zu gestalten wurden 2000 die 4 Fields of Action eingeführt. Diese sind Hochschulbildung, Frieden und Stabilität, kultureller Austausch und aktive Staatsbürgerschaft.

*Aktive Staatsbürgerschaft
Mit dem Yearplan Project 2003 „Youth & Globalisation“ bewies AEGEE erneut die einzigartige Fähigkeit, junge Menschen zu mobilisieren, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und gesellschaftliche Probleme aktiv anzugehen. Eine Serie von Study Meetings diente der Ausarbeitung von Empfehlungen und Strategien im Bereich Politik, Ökonomie, Kultur, Zivilgesellschaft und Geo-Kommunikation, um so ein Arbeitspapier für den „World Youth Summit on Globalisation“ zu formulieren. Dieser fand im Dezember im Europäischen Parlament statt und bildete den Höhepunkt des Projekts. Es war das erste AEGEE Event, zu dem sich Studierende aus allen 5 Ecken der Welt zusammen fanden. Delegierte internationaler Jugendorganisationen von Aserbaidschan bis Sambia besuchten Workshops und offene Diskussionsrunden zu den Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft und bekamen die Möglichkeit mit Persönlichkeiten der Weltbank, der Europäischen Kommission und anderer Institutionen zu debattieren. Aus den Ergebnissen der Diskussionen wurde ein abschließendes Strategiepapier zur Globalisierung formuliert. Die Studierenden betonten die Bedeutung fairen Handels für die Entwicklungsländer und die Notwendigkeit der Entwicklung einer Zivilgesellschaft zur Förderung kultureller Vielfalt.
*Kultureller Austausch
Eines der erfolgreichsten und beständigsten Projekte von AEGEE ist die Summer University. Jedes Jahr werden um die 90 SUs in ganz Europa mit zirka 5.000 Teilnehmern aus mehr als 40 europäischen Ländern organisiert. Dabei handelt es sich um ein 2-wöchiges Event, das von einem AEGEE Local organisiert wird und 20-30 junge Leute aus ganz Europa zusammen bringt. Die Aktivitäten reichen von akademischen Inhalten wie Fremdsprachenunterricht über sportliche Angebote bis hin zu multikulturellen Aktivitäten wie Koch-, Kunst- und Tanzkursen. Jedes Jahr verbringen junge Leute Zeit zusammen, lernen voneinander und beweisen immer wieder auf ein neues, dass Vorurteile und Stereotypen der Vergangenheit angehören.
*Frieden und Stabilität
Das „Turkish-Greek Civic Dialogue“ Projekt ist eines der größten und am längsten bestehenden Projekte in AEGEE. Ziel ist, den Dialog und Partnerschaften zwischen jungen Leuten in der Türkei und Griechenland zu fördern. Höhepunkt war das Kayafest im August 2003, das von AEGEE Ankara in Kayakoy-Levissi organisiert wurde. Der Veranstaltungsort an der Südküste der Türkei war 1922 Schauplatz eines erzwungenen Bevölkerungsaustauschs. Die griechische Bevölkerung wurde aus der Türkei vertrieben und aus Kayakoy-Levissi wurde eine Geisterstadt. 3.000 junge Leute aus der Türkei und Griechenland nahmen an dem Festival teil und engagierten sich gemeinsam in kulturellen Workshops zu Themen wie der Erstellung von Dokumentationen, Tanz, Theater, Musik, Fotografie und Psychologie. Sie arbeiteten 6 Tage lang zusammen und schufen großartige Kunstwerke und Performances. Im Rahmen des Festivals wurde auch eine Messe veranstaltet, auf der sich insgesamt 65 NGOs aus Griechenland und der Türkei präsentierten und Partnerschaften knüpften konnten.
Im Zuge des „Turkish-Greek Civic Dialogue“ Projekts fand auch die erste Europäische AEGEE Konferenz in der Pufferzone zwischen dem Türkischen und dem Griechischen Teil Zyperns statt. 25 griechische und türkische Zyprioten nahmen zusammen mit 45 Studierenden aus 16 verschiedenen europäischen Staaten an diesem Event teil und führten einen offenen Dialog über die Situation auf der Insel. Die Konferenz war ein Pre-Event zum Planning Meeting in Famagusta im östlichen Zypern.
Externe Referenten und Lehrer, die auf Zypern arbeiteten trugen ihr Wissen und persönliche Erfahrungen zu den Diskussionen bei. Bei einem so heiklen Thema war es schwierig die Konferenz zu managen. Aufgrund der potentiellen politischen Auswirkungen des Events wurden verschiedene Referenten gezwungen, der Konferenz fern zu bleiben und unser wichtigster institutioneller Partner zog sich ebenfalls zurück. Diese Hindernisse hielten uns nicht davon ab für unsere Ideale zu kämpfen. Diese Konferenz bewies wieder einmal, dass AEGEE ein lebendiges Beispiel für die Überwindung von Vorurteilen ist.
Ein Mittel um wirklich einen Einfluss auf Frieden und Stabilität in dieser Welt zu nehmen ist für AEGEE als anerkannte NGO die Möglichkeit, Wahlbeobachter zu entsenden – zuletzt 2006 nach Azerbaidschan und Mazedonien, 2007 in die Ukraine. Die TeilnehmerInnen haben eine Menge über die Entwicklung der Demokratie in Osteuropa und demokratische Prozesse im Allgemeinen gelernt.
*Hochschulbildung
2006 wurden die Auswirkungen der Einführung der Bologna Reformen in ganz Europa sichtbar und auf der Vollversammlung in Warschau wurde das Yearplan Thema „The Bologna Process: Know Your Chances, Know Your Rights!“ beschlossen. Dies wurde konkret in dem Projekt „Education Unlimited!“ umgesetzt, das darauf abzielte, junge Leute mehr in die Gestaltung ihrer Bildung ein zu beziehen – Ideen über die Methoden und Inhalte ihrer Bildung zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt ermöglichte den Dialog zwischen Studierendenorganisationen und Institutionen, die sich mit Bildung beschäftigen. „Education Unlimited!“ konzentrierte sich auf die Auswirkungen der Bologna Reformen auf Studierende, die sich in Jugend NGO’s wie AEGEE engagieren, sowie die entscheidende Rolle von Mobilität für sowohl formale als auch nicht-formale Bildung. Zusammen mit anderen NGO’s wie BEST, EMSA, ESTIEM, ESN ESU, IAPSS, YFJ sowie der UNESCO macht sich AEGEE stark für die Anerkennung nicht-formaler Bildung.
