Karin aus Estland

Während des Network Meetings, welches AEGEE-Passau Anfang Dezember veranstaltete, hatten wir die Möglichkeit mit einigen Teilnehmern über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Nachhaltigkeit zu reden. Interessant war dabei zu erfahren, wie es in ihrem Land umgesetzt wird.

Karin war für das NWM das erste Mal in Deutschland und ist erst seit zwei Monaten ein Mitglied von AEGEE- Tartu, wo sie im Veranstaltungsteam und im Redaktionsteam mithilft.

An was denkst du zuerst, wenn dich jemand auf die Nachhaltigkeit in Estland anspricht?

Ich denke zuallererst daran, dass viele Leute ihren Müll trennen. Vor allem dann, wenn sie ein eigenes Haus besitzen. Biomüll trennt man auf jeden Fall. Man bekommt sogar Geld, wenn man Papier und Plastikflaschen separat sammelt. Alles andere kommt zusammen. (Ist also Mülltrennung gesetzlich geregelt?) Das kommt eigentlich immer auf die Abfallfirma an, die deinen Müll abholt. Ich wohne in einem Studentenwohnheim und wir trennen unseren Abfall. Wir haben dafür verschiedene Container vor unserem Haus.

In Estland haben wir auch viele Vegetarier und Veganer, die aus Gründen der Nachhaltigkeit auf Fleisch verzichten. Das ist wirklich sehr üblich und man bekommt in jedem Restaurant vegetarische Gerichte.

Die Stadt, in der ich lebe, Tartu, ist Teil von verschiedenen Umweltprojekten, wie zum Bsp. „EU´s SmartENCity“, deren Hauptziel es ist, ihre Einwohner zu nachhaltigen Entscheidungen zu inspirieren. Ein anderes Projekt ist „EU´S OptiTrans“, das sich für die vermehrte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Städten und Vorstädten einsetzt. Weitere Felder sind die Vermehrte Nutzung von Kühlstationen, die Reduzierung des Fischfangs oder das Projekt: „GrennMan“, das es sich zum Ziel setzt, die Grünflächen in Städten zu vergrößern.

Wie wird das Thema Nachhaltigkeit in eurer Antenne umgesetzt?

Wir nutzen während unserer Events nur wiederverwendbares Geschirr, kein Plastikgeschirr. Dazu kochen wir normalerweise vegetarisch. Manchmal gibt es Fleisch separat in einer Schüssel, aus der sich jeder so viel nehmen kann, wie er will.

 

Was könnte deiner Meinung nach getan werden, um die Situation bezüglich der Nachhaltigkeit zu verbessern? (MEINST DU AUF DIESEM EVENT?)

Naja, also wir haben das Problem mit den Papierhandtüchern ja sowieso nicht, aber Zahnpasta und Essen zu fundraisen, ist meiner Meinung nach eine sehr gute Idee. Vor allem wenn man… Ich denke, sie werden einem im Supermarkt das Übriggeblieben Essen geben, dass sich sowieso nicht mehr verkaufen lassen würde.

Welche Trends und Probleme siehst du bezüglich der Nachhaltigkeit in Europa?

In meiner Stadt, die nun auch wirklich nicht groß ist, kann man alles gut mit dem Bus oder zu Fuß oder mit dem Rad erreichen. Zudem ist das Wetter meistens nicht all zu kalt. Trotzdem benutzen immer noch viele Leute ihr Auto, selbst wenn sie nur 10 Minuten zur Schule oder zur Arbeit bräuchten. Ich glaube, dass die meisten Menschen nicht einmal realisieren, was sie alles für die Umwelt tun könnten, selbst einfach Dinge. Aber natürlich ist es angenehmer im warmen Auto zu sitzen… In Tartu ist es fast wie in Deutschland – wir haben viele Fahrräder, das ist in Tarllinn definitiv nicht so. Trotzdem könnten auch in Tartu noch mehr Leute mit dem Rad fahren.